Foto © Acoustics Concerts

Willow Parlo

Da ist eine schillernde Schönheit und große Stärke, die im Introvertierten liegt. Die Hamburger Band Willow Parlo führt uns mit ihrem detailreich driftenden Dreampop durch innere Welten und Prozesse. Ein Sound, der sanft in jede Faser zieht und zugleich so transparent ist, dass er immer wieder zu entschwinden scheint. Nicht greifbar. Und genau deshalb umso faszinierender. Diese wunderbar vage Aura umgibt auch den Namen der Band.

Wir alle dürfen unsere eigenen Geschichten und Fantastereien, Abgründe und Wünsche in Willow Parlo hineinlegen. Denn der Mensch braucht Geheimnisse und Gefühle, die losgelöst von äußerem Druck existieren. Um einfach da zu sein. Um sich zu verändern. Um zu heilen.

Sängerin Noemi erschafft solche Refugien direkt an mehreren Instrumenten, vor allem aber mit ihrem magisch schwebenden Gesang und mit ihrer kraftvollen Lyrik. Angstzustände in Kampfgeist wandeln. Vom Glauben abfallen und zugleich nach Höherem suchen. Selbst im Nichts noch das Glitzern sehen. Noemi findet hochgradig poetische Bilder für die Paradoxien, die ein intensiver Blick nach Innen zu Tage fördert.

Und ihre traumversunkenen Erkundungen legt sie derart offen an, dass sie in uns allen nachhallen können. Dass die eigenen Echokammern zu vibrieren beginnen. Eindrucksvoll verdichtet sich in der Musik all das Taumelnde und Fieberhafte, all das dunkle Ringen und die lichten Durchbrüche.

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Über Musik zu schreiben ist wie zu Architektur zu tanzen.

Frank Zappa

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